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Außenansicht

Der Baukörper ist aus Sichtbeton erstellt. Nur mit diesem Material ließen sich die besonderen Neigungen und Faltungen realisieren. Der Bau spielt mit Polen: Öffnung nach draußen im Osten und wenig Lichteinfall im Westen, Gottesdienstort und Versammlungsraum. Erst das gesamte Bauwerk wirkt ausbalanciert.

Die Kirche hat vier verschieden gestaltete Seiten, die ungefähr in die vier Himmelsrichtungen zeigen. Die Westseite ist geschlossen, hat nur wenige Öffnungen, die von innen in den Himmel blicken lassen. Dahinter liegt der katholische Gottesdienstraum.
Die Nordseite schließt mit ruhigen Flächen zunächst an der Westseite an. Dann kommen viele Fenster und die Eingangstür. Hier sind die Gruppenräume.
 
Die Ostseite zeigt ebenfalls Fenster, hinter denen weitere Gruppenräume und die Pfarrbüros sind. Daran schließt sich das große Fenster an, hinter dem der Gottesdienstraum der evangelischen Gemeinde liegt. Ein weiteres Element auf dieser Seite ist das Schaufenster des kirchenLadens.
Die Südseite mit dem großen Eingangsbereich will dazu einladen, das Kirchenzentrum zu betreten. Das Labyrinth, das im Eingangshof auf dem Boden angebracht ist, macht deutlich, dass die Wege des Lebens in den seltensten Fällen so geradlinig sind, wie wir uns das manchmal wünschen, ist aber auch Zeichen für Tod und Auferstehung Jesu Christi.
 

Innenansicht

Auch innen ist der Bau schlicht gehalten. Der Raum ermöglicht so ein „zu-sich-finden“, ohne von außen bedrängt oder zerstreut zu werden. Die Betonwände wiegen bis zu 30 t / 100 qm und sind verschiebbar.
Mit seiner Weite und Helligkeit aufgrund der Lichtbänder ist der Innenraum für viele dennoch überraschend. Er entspricht dem, wie Kirche sich zeigen will: Das Wertvolle ist nicht der äußere Glanz, sondern das, was innen geschieht. Schon die alten Kirchen sind vor allem innen geschmückt. Die Kirchenfenster leuchten nach innen. Der Altar steht nicht wie in der Antike vor dem Tempel, sondern innen.
 

Das Labyrinth

Ein Labyrinth ist im Eingangshof angebracht. Es erzählt von der Hoffnung, dass jeder Weg ein Ziel hat. Christ*innen nennen dieses Ziel und Zentrum des Lebens Gott.
 

Das Kreuz

Seit 2005 schmückt die Außenwand ein österliches Kreuz. Das Kreuz wurde aus dunkel geflammtem Stahl hergestellt und innen vergoldet. Arme und Korpus sind nach vorne gebeugt, hin zu den Menschen.
 

Der Maria Magdalena Gedenkstein

Einige Meter von der westlichen Wandseite entfernt ist in den Boden ein Stein eingelassen. Darauf scheint am 22. Juli, dem Maria-Magdalena-Gedenktag, um die Mittagszeit ein Sonnenstrahl durch eine kleine Öffnung im Kirchenbau. Hier verbindet sich der Kosmos mit dem alltäglichen Leben. Der darauf zu lesende Text ist dem „Hymnus victimae paschali“ entnommen, der im Jahre 1050 entstanden ist, und heißt übersetzt: Das Grab des Herrn sah ich offen und Christus von Gottes Glanz umflossen. Er lebt, der Herr, meine Hoffnung.

Das Foyer mit Taufstein

Im Zentrum der Architektur findet sich die gemeinsame Taufstelle. Die Taufe ist die Mitte des christlichen Glaubens und verschiedenen Konfessionen gemeinsam. Um zur Taufstelle zu kommen, muss man hinabsteigen; zum Wasser schöpfen muss man sich wie bei einer Quelle bücken. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden: Taufe heißt auch, mit Jesus Christus in das Dunkel und das Todbringende hinabzusteigen, um dort unten die Verheißung zugesagt zu bekommen: Gottes Licht leuchtet immer für uns und Gott lässt uns nicht im Tod. Wir werden auferstehen.
Auf der Taufschale befinden sich 12 Ebenholzaufsätze. Die Zahl 12 symbolisiert im Alten und im Neuen Testament die Gemeinschaft des Gottesvolkes (12 Stämme Israels, 12 Jünger Jesu), in das man durch die Taufe aufgenommen wird. Der obere Teil der Taufschale wird bei einer Taufe abgenommen. Er kann auch in einen Metallständer eingehängt und als Taufschale im Gottesdienstraum verwendet werden.
Die Taufschale wurde den Gemeinden gemeinsam von der evangelischen Friedensgemeinde und der katholischen Dreifaltigkeitsgemeinde, die im Freiburger Osten eine Gemeindepartnerschaft verbindet, geschenkt.
  

Der evangelische Kirchenraum

Der evangelische Kirchenraum bietet etwa 100 Gottesdienstbesucher*innen Platz, bis zu 25 weitere Plätze befinden sich auf der Empore.
Die großen Fenster erzählen von der Offenheit der Kirche zum Stadtteil. Kirche will für die Menschen da sein und sich von der Freude und Trauer der Menschen betreffen lassen. Das davor hängende Holzpaneel dient als Blendschutz. Kanzel und Altar weisen hin auf das Zentrum des evangelischen Glaubens: Wort und Sakrament sind zwei gleichwertige Art und Weisen, in denen Gott den Menschen begegnet.
Der ALTAR ist wie der Ambo im katholischen Gottesdienstraum aus Eiche und besteht aus einer Tischplatte, die von 40 Beinen getragen wird. Die Zahl 40 ist in der Bibel eine besondere Zahl. 40 Jahre war Israel in der Wüste. Auch Jesus war 40 Tage in der Wüste. 40 Tage dauert es von Ostern bis Himmelfahrt. 40 steht für eine konkrete Zeit, die ein Mensch überschaut; die 40 Beine des Altars stehen aber auch für die ganze Gemeinde in ihrer Vielfalt. Die biblische Zahl 40 steht damit für einen Zeitraum, der zur Besinnung und Neuausrichtung auffordert, der Wende und Neubeginn ermöglicht. Die beiden Altäre führen zudem die ökumenische Trennung und die Sehnsucht nach Vereinigung vor Augen.
 

Der katholische Kirchenraum

Der katholische Gottesdienstraum bietet rund 250 Gottesdienstbesucher*innen Platz. Altar und Ambo (Lesepult) stehen in der Mitte und sind einer großen Nische in der Rückwand zugeordnet.
Der Altar ist wie der Ambo aus Eiche, entspricht dem im evangelischen Gottesdienstraum.
 
Hinter dem Altar an der Rückwand befindet sich die Bank für den/die Gottesdienstleitenden und die Ministrant*innen. Seitlich hinter einem kleinen Gitter werden die Heiligen Öle aufbewahrt, die zur Feier der Taufe, zur Firmung und zur Krankensalbung verwendet werden. 
 
Daneben gibt es noch zwei weitere Kapellen: Die Kapelle neben dem Haupteingang ist der Raum der Stille, der für alle geöffnet sein soll und auch durch eine Tür von außen zu betreten ist. Die nördliche Kapelle kann mit einer Schiebewand abgetrennt und so zum Beispiel für Taizégebet, Meditation, Bibel teilen oder andere kleinere Gruppen genutzt werden.
Rechts und links des katholischen Kirchenraums schließt jeweils eine Empore die Seitenwand ab. D
ie nördliche Empore ist als Orgelempore vorgesehen. Unter ihr befindet sich die Sakristei. Unter der kleineren Empore auf der gegenüberliegenden Seite steht eine Madonna.
 
Der TABERNAKEL ist ein einfacher Eichenholzwürfel, der von einzelnen Edelsteinen geschmückt wird. Diese werden zu bestimmten Anlässen, etwa von den Kommunionkindern eines Jahrgangs oder bei einem besonderen Familienereignis, gespendet. In dem Schrank ist das heilige Brot aufbewahrt. Katholische Christ*innen glauben, dass Gott uns in diesem Brot besonders nahe ist. Gottes Spuren, die golden angedeutet sind, finden wir gerade in solchen Edelsteinmomenten: in Situationen, an die wir uns noch lange erinnern, weil sie uns und andere verändert haben. So wird der Tabernakel im Lauf der Jahre immer wertvoller.
 

Die Maria Magdalena Nische

Die Doppelwand kann man auch betreten, um in einem geschützten Raum, der Maria-Magdalena-Nische, vor Gott da zu sein und zu beten. Diese Nische hat etwas von einem „Felsengrab“ und nimmt die Darstellung des Heiligen Grabs in alten Kirchen auf. Hier hat der Karsamstag, der Tag des Todes Jesu, seinen Ort.
In der Maria-Magdalena-Nische ist zugleich das Evangelium des Ostermorgens zu lesen. Maria aus Magdala wird darin als diejenige vorgestellt, die als erste dem Auferstandenen begegnet und den Auftrag erhält, den Jüngern diese Botschaft zu verkünden. Der ganze Text des Evangeliums (aus Joh 20) wurde auf ein Leinen-Tuch geschrieben, das die Nische vom Tabernakel trennt. Der Schlusssatz, in Gold auf der Wand angebracht, ist von außen sichtbar.
Weil Maria Magdalena auch Apostola Apostolorum, d.h. Apostelin der Apostel genannt wird, findet sich in der Nische auch ein 13. Apostelleuchter

Die Solaranlage

Auf dem Dach befindet sich eine Solaranlage, an der sich vor allem Mitglieder der beiden Gemeinden genossenschaftlich beteiligt haben, um ein Zeichen für die Bewahrung der Schöpfung zu setzen. Die Erträge fließen in Teilen in Entwicklungshilfeprojekte.
Die Anlage hat 15,4 kWp und wurde im Dezember 2007 installiert.
 

Die Glocken

Die bisher drei Glocken des Geläutes des Kirchenzentrums befinden sich in der Glockenstube links vom Haupteingang, über dem Raum der Stille; der Zugang ist über eine Empore im katholischen Gottesdienstraum.
Die Glocken enthalten ein theologisches Programm zu den Themen: Schöpfung, Taufe und Ökumene sowie Maria Magdalena, der Patronin der Kirche. In ihrer Gestaltung sind sie ähnlich, unterscheiden sich aber in den zentralen Motiven und den Texten. Die künstlerische, bewusst schlichte Gestaltung der Glocken mit einer klaren Formensprache stammt von dem Freiburger Künstler Dieter Weißenberger. Alle Glocken wurden von der Firma Bachert, Karlsruhe, hergestellt.
 
Im Schulterbereich der Glocke (oben) befindet sich jeweils ein gestaltetes Schriftband mit einer Bibelstelle. Bei der Taufglocke wird dieses Band von einem stilisierten Grundriss des Taufbeckens unterbrochen, bei der Maria-Magdalena-Glocke vom stilisierten Grundriss der Kirche, wie er auch auf dem Grundstein zu finden ist.
Im Schlagbereich (unten) befindet sich ein weiteres gestaltetes Schriftband mit einem Text, der den zeitgenössischen Bezug zum Thema der Glocke sichtbar macht. Auch dieses Band ist vorne und hinten unterbrochen: hier von den Logos der katholischen und der evangelischen Gemeinde.
Zwischen diesen beiden Bereichen befindet sich auf der Rückseite eine Abbildung des Kreuzes, das an der Außenwand der Kirche angebracht ist. Alle diese Motive nehmen Bezug auf die beiden Pfarreien, das Kirchengebäude und das Rieselfeld als Freiburger Stadtteil.
Auf der Vorderseite ist dann jeweils ein Motiv angebracht, das zum jeweiligen Thema der Glocken entwickelt wurde.
Die Details der Glockenzier finden Sie hier:
Maria-Magdalena-Glocke
Schöpfungsglocke
Taufglocke
Die Schöpfungsglocke wiegt 250 Kilogramm und ist auf den Ton d’’ gestimmt. Sie wurde beim 750-jährigen Jubiläum der Hosanna-Glocke im Freiburger Münster im Juni 2008 auf dem Münsterplatz gegossen.
Die Taufglocke wiegt 530 Kilogramm und ist auf den Ton a’ gestimmt.
Die Maria-Magdalena-Glocke ist mit 730 Kilogramm derzeit die schwerste und auf g’ gestimmt.
Um zum Gottesdienst zu rufen, werden die Glocken von Hand geläutet. Darüber hinaus läutet die Schöpfungsglocke mittags um 12 Uhr und abends um 18 Uhr.
 
  
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